Jahresrechnung 2025 der Einwohnergemeinde Villmergen, inklusive Bilanz und Investitionsrechnung

Antrag
Die Jahresrechnung 2025 der Einwohnergemeinde Villmergen inklusive Bilanz und Investitionsrechnung sei zu genehmigen.

Erläuterungen:

1. Erfolgsrechnung

1.1 Jahresrechnung der Gemeinde Villmergen (konsolidiert mit Spezialfinanzierungen)

Die konsolidierte Rechnung 2025 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 1'918'209.— ab. Der Abschluss ist um Fr. 1'285'751.— besser als budgetiert. Bei der Einwohnergemeinde (steuerfinanzierter Bereich) resultiert ein positives Ergebnis von Fr. 291'324.—, budgetiert wurden Fr. -684'074.—. Der um Fr. 975'398.— bessere Abschluss gegenüber dem Budget ist wie bereits im letzten Jahr hauptsächlich auf folgende Sachverhalte zurückzuführen:

Steuerertrag

Das Rechnungsjahr 2025 schliesst im Bereich der Steuererträge mit einem sehr erfreulichen Ergebnis ab. Mit Gesamteinnahmen von 22.6 Mio. Franken wurde das Budget um rund 2.2 Mio. Franken bzw. knapp 11 % übertroffen. Dieses Resultat stellt das stärkste Ergebnis der letzten Jahre dar und verschafft der Gemeinde eine solide finanzielle Ausgangslage. Besonders positiv hervorzuheben ist die Entwicklung der ordentlichen Steuern der natürlichen Personen. Sowohl die Erträge des laufenden Jahres als auch die Nachträge lagen deutlich über den Erwartungen. Die Steuerkraft pro Einwohner erreichte mit Fr. 1'827.— einen Höchstwert für die Gemeinde Villmergen.

Auch bei den Quellensteuern konnte ein markanter Mehrertrag verzeichnet werden. Zusätzliche Mehreinnahmen bei den Grundstückgewinnsteuern sowie bei den Erbschafts- und Schenkungssteuern trugen ebenfalls zum sehr guten Gesamtergebnis bei. Es ist aber festzuhalten, dass einzelne Ertragspositionen, insbesondere die Erbschafts- und Schenkungssteuern sowie Teile der Nachträge naturgemäss Schwankungen unterliegen und nicht als dauerhaft gesichert betrachtet werden können. Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass ein Teil des Mehrertrags auf ausserordentliche Effekte zurückzuführen und nicht immer nachhaltig ist.

Trotz des sehr erfreulichen Ergebnisses bleibt eine vorsichtige und nachhaltige Finanzpolitik angezeigt. Ziel bleibt es, die finanzielle Stabilität zu sichern, Investitionen vorausschauend zu planen und gleichzeitig die Steuerbelastung langfristig tragbar zu halten.

Steigende, nicht beeinflussbare Kosten

a)
Die Restkosten für die Pflegefinanzierung sind weiter stark am Steigen. Davon betroffen ist nicht nur die Gemeinde Villmergen, sondern sämtliche Aargauer Gemeinden. Eine Vorhersage über die Kostenentwicklung ist kaum möglich. Es sind aber aufgrund der demografischen Bevölkerungsentwicklung weiterhin steigende Kosten zu erwarten. Bemühungen auf kantonaler Ebene, um die Gemeinden von diesen nicht beeinflussbaren Kosten zu entlasten, blieben bisher erfolglos. Gegenüber dem Budget fallen die Kosten 2025 um Fr. 628'800.— höher aus. Seit dem Jahr 2014 zeigt sich eine Kostensteigerung von 509 %.

 

b)
Auch im Bereich der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe zeigt sich nach vielen Jahren des Rückgangs seit dem Rechnungsjahr 2024 wieder eine Kostensteigerung. Die Kosten stehen im Zusammenhang mit den Fallzahlen und lassen sich von der Gemeinde nicht beeinflussen. Gegenüber dem Budget fallen die Kosten 2025 um Fr. 358'900.— höher aus. Hier zeigt sich die Entwicklung folgendermassen (Konto 5720.3637.00):

2019 in Fr.

2020 in Fr.

2021 in Fr.

2022 in Fr.

2'139'200.—

1'677'900.—

1'498'700.—

1'399'200.—

 

2023 in Fr.

2024 in Fr.

2025 in Fr.

1'208'200.—

1'493'500.—

1'592'800.—

c)
Im Bereich der beruflichen Grundbildung liegen die Kosten auf gleichem Niveau wie im Jahr 2024, jedoch um Fr. 262'200.— über dem budgetierten Betrag von Fr. 772'000.—. Diese Wohnortsbeiträge für Lernende und/oder Kantonsschüler und -schülerinnen aus Villmergen lassen sich nur schwer budgetieren. Das neue Kostenniveau konnte aber im Budgetprozess 2026 erstmals berücksichtigt werden.

Nebst der Einwohnergemeinde schliessen auch die Spezialfinanzierungen besser ab als budgetiert. Die Bereiche Wasserwerk, Elektrizitätswerk und Wärmeversorgung weisen einen Ertragsüberschuss aus, die Abwasserbeseitigung und die Abfallwirtschaft einen Aufwandüberschuss. Das konsolidierte Gesamtergebnis der Einwohnergemeinde beträgt inklusive Spezialfinanzierungen Fr. 1'918'209.— (Ertragsüberschuss). Budgetiert waren Fr. 632'458.—.

1.2 Ergebnisse der Abteilungen

Die nachfolgende Tabelle zeigt den Nettoaufwand oder den Nettoertrag der einzelnen Abteilungen konsolidiert, inklusive Spezialfinanzierungen.

Allgemeine Verwaltung

Nettoaufwand

Budget

Abweichung

Fr. 2'904'695

Fr. 2'870'976

Fr. 33'719    1.17 %

Im Bereich der Legislative lagen die Kosten um Fr. 11'200.— unter dem Budget. Im Jahr 2025 wurden nur drei Volksabstimmungen durchgeführt. Zudem konnten die kommunalen Ämter im ersten Wahlgang besetzt werden, weshalb kein zweiter Wahlgang durchgeführt werden musste.

Der Personalaufwand in der allgemeinen Verwaltung lag um Fr. 47'100.— über dem Budget. Dies war zurückzuführen auf höhere Weiterbildungskosten sowie zwei Personalausfälle infolge Mutterschaft und Militär, welche überbrückt werden mussten.

Per 1. Januar 2025 trat das Bundesgesetz über die Bekämpfung des missbräuchlichen Konkurses in Kraft, was zur Aufhebung von Art. 43 Ziff. 1 SchKG führte. Bis anhin waren Steuerforderungen und andere im öffentlichen Recht begründete Leistungen von der Konkursbetreibung ausgeschlossen. Dies änderte sich mit Inkrafttreten des überarbeiteten SchKG per 1. Januar 2025. Daher müssen selbstständig erwerbende Personen, die im Handelsregister eingetragen sind, auf Konkurs betrieben werden. Aufgrund der fehlenden Erfahrungswerte war es nicht möglich, eine genaue Prognose der Kostenentwicklung zu erstellen. Mithilfe von Auswertungen, den bekannten durchschnittlichen Kosten eines Konkursverfahrens und möglichen Verfahrensszenarien wurde eine Schätzung vorgenommen. Mehrkosten fielen bisher jedoch noch nicht an, sodass der Aufwand im Jahr 2025 deutlich unter den Erwartungen lag. Der Aufwand für Betreibungen lag um Fr. 23'800.— unter dem Budget und der Ertrag für Rückerstattungen von Betreibungsgebühren um Fr. 15'500.— über dem Budget.

Im Bereich der Informatik lagen die Kosten um Fr. 41'500.— über dem Budget. Die IT wird weiterhin professionalisiert, was mit Mehrkosten verbunden ist. Dadurch wird die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Informatik erhöht. Sämtliche Arbeiten in der Verwaltung sind auf eine funktionierende Informatik angewiesen.

Öffentliche Ordnung und Sicherheit, Verteidigung

Nettoaufwand

Budget

Abweichung

Fr. 1'403'745

Fr. 1'557'093

Fr. -153'348      -9.85 %

Weil noch nicht alle Mandate vom KESD in Wohlen auf den KESD Villmergen haben übertragen werden können, muss weiterhin ein Beitrag an den Kindes- und Erwachsenenschutzdienst Bezirk Bremgarten bezahlt werden. Die Mandate werden laufend auf den KESD Villmergen übertragen. Glücklicherweise fielen die Kosten im Jahr 2025 deutlich tiefer aus als budgetiert und verminderten sich jedes Quartal. Gegenüber dem Budget fielen die Kosten mit Fr. 109'100.— um Fr. 40'900.— tiefer aus als angenommen.

Der Ertragsüberschuss beim Betreibungsamt fiel um Fr. 62’400.— besser aus als angenommen. Ins Gewicht fielen dabei hauptsächlich die Gebühreneinnahmen, welche mit Fr. 670'100.— um Fr. 70'100.— über dem budgetierten Wert lagen.

Ein Mehrertrag zeigte sich bei den Feuerwehrpflichtersatzabgaben. Diese lagen mit Fr. 259’000.— um Fr. 22’700.— über dem Budget. Im Total lagen die Nettokosten im Bereich Feuerwehr um Fr. 31'400.— unter dem Budget, im Bereich Verteidigung waren es Fr. 8'700.—.

Bildung

Nettoaufwand

Budget

Abweichung

Fr. 11'533'057

Fr. 11'124'493

Fr. +408'564    +3.67 %

Das Budget für den eigentlichen Schulbetrieb (Kindergarten, Primarschule, Oberstufe, Musikschule und Schulverwaltung) wurde generell sehr gut eingehalten. Der Nettoaufwand lag Fr. 23'800.— unter dem Budget.

Im Bereich Schulliegenschaften lagen die Kosten um Fr. 188'700.— über dem Budget. Zum Zeitpunkt der Budgetierung ist jeweils nur schwer vorhersehbar, welche Unterhaltsarbeiten in welchem Umfang anfallen werden. Hinzu kommt, dass die Abschreibung für die Zimmersanierungen Schulhaus Hof aufgrund der früheren Fertigstellung bereits ein Jahr früher angefallen ist (Fr. 90'000.—).

Die Berufsschulgelder lagen Fr. 262'200.— über dem Budget. Die Kosten sind abhängig von der Anzahl der Berufsschülerinnen und -schüler aus Villmergen und der Höhe des Wohnortsbeitrags je Berufsfachschule. Auch im Bereich Sonderschulung besteht ein direkter Zusammenhang mit den Schülerzahlen. Im Jahr 2025 lagen die Nettokosten Fr. 18'500.— unter dem Budget.

Kultur, Sport und Freizeit

Nettoaufwand

Budget

Abweichung

Fr. 1'021'324

Fr. 1'021'377

Fr. -53                  -0.01 %

Keine Bemerkungen.

Gesundheit

Nettoaufwand

Budget

Abweichung

Fr. 2'297'044

Fr. 1'637’273

Fr. +659'771    +40.30 %

Die Restkosten für die Pflegefinanzierung sind weiterhin stark am Steigen. Gegenüber dem Budget (Fr. 628'800.—) und auch dem Vorjahr (Fr. 567'600.—) stiegen die Kosten deutlich und lagen im Rechnungsjahr 2025 bei einem Total von Fr. 1'828'800.—. Auch in diesem Bereich ist eine Vorhersage der Kostenentwicklung nicht möglich, da die Gemeinde keinen Einfluss darauf hat.

Soziale Sicherheit

Nettoaufwand

Budget

Abweichung

Fr. 4'461'189

Fr. 4'088'247

Fr. +372'942     +9.12 %

Die Nettokosten im Bereich Alimentenbevorschussung lagen mit Fr. 107'400.— um Fr. 16'200.— unter dem Budget. Sie stehen in Abhängigkeit von der Anzahl der Fälle.

In verschiedenen Fällen wurde eine kompetenzorientierte Familienarbeit angeordnet. Die Gemeinde muss die Kosten dafür bevorschussen und kann sie teilweise den Eltern weiterverrechnen.  Wo die Kosten aufgrund der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht weiterverrechnet werden können, muss eine Abschreibung vorgenommen werden. Im Jahr 2025 lagen die Kosten netto mit Fr. 149'900.— um Fr. 110'800.— über dem Budget.

Die Beiträge an die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung unterschritten das Budget um Fr. 113'100.–. Die Kosten sind abhängig von der Anzahl der eingereichten Subventionsgesuche und lassen sich nur schwer vorhersehen. Mit dem neuen Reglement, welches an der Gemeindeversammlung vom 22. November 2024 beschlossen worden ist, zeigt sich ein Rückgang der Kosten.

Die Kosten für materielle Hilfe an Schweizer und Ausländer lagen mit Fr. 1'592'800.— deutlich über dem Budget und auch dem Vorjahreswert (Fr 1'493'500.—). Der zu budgetierende Aufwand ist schwer vorhersehbar und steht in Abhängigkeit von der Anzahl der Sozialhilfefälle. Auch bei den Rückerstattungen ist eine Prognose jeweils schwierig zu machen. Netto lagen die Kosten im Bereich der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe um Fr. 358'900.— über dem Budget.

Die Nettokosten im Bereich Sozialdienst lagen um Fr. 28'100.— über dem Budget. Der Hauptgrund dafür lag bei den Rückerstattungen. Aufgrund einer tieferen Anzahl Fälle im Bereich Asylwesen fielen die erhaltenen Verwaltungspauschalen tiefer aus.

Auch der Budgetwert für die Rückerstattungen aus der Bewirtschaftung der Krankenkassenverlustscheine konnte nicht ganz erreicht werden. Die Bewirtschaftung erfolgt über die Versicherer. Die jeweiligen Rückerstattungen sind schwierig vorherzusagen.

Verkehr

Nettoaufwand

Budget

Abweichung

Fr. 954'337

Fr. 1'156'302

Fr. -201'965     -17.47 %

Für den Bau und Unterhalt der Kantons- und Gemeindestrassen lagen die Nettokosten Fr. 202'000.— unter dem Budget. Die Kosten können jährlich stark schwanken und stehen in Abhängigkeit von den auszuführenden Unterhaltsarbeiten oder Planungen von Sanierungsprojekten.

Umweltschutz und Raumordnung

Nettoaufwand

Budget

Abweichung

Fr. 505'469

Fr. 481'259

Fr. +24'210     +5.03 %

Aufgrund der Erhöhung des Wassertarifs und eines höheren Verbrauchs fielen die Kosten für die Wasserlieferung an die Brunnen höher aus (Fr. 14'400.—). Zudem fielen einmalige Entschädigungen für Rechtseinräumungen gemäss Schutzzonenreglement in der Höhe von Fr. 21'000.— an. Diese waren im Budget nicht enthalten.

Die Nettokosten für den Arten- und Landschaftsschutz lagen gesamthaft um Fr. 14'800.— unter dem Budget. Für den Unterhalt und die Erstellung von Naturschutzflächen mussten mehr Kosten aufgewendet werden als budgetiert. Anderseits unterstützten der Kanton und der Fonds Landschaft Schweiz das Projekt Steimüriweiher finanziell.

Der Anteil der Gemeinde Villmergen an die regionale Friedhoforganisation ist um Fr. 23'100.— tiefer ausgefallen als budgetiert. Die Kosten für den Unterhalt und die Pflege durch den Werkhof lagen dabei deutlich unter dem budgetierten Betrag.

Im Bereich Raumplanung mussten Kosten für externe Berater, Gutachter und Fachexperten bezahlt werden, welche nicht im Budget enthalten waren (Fr. 22'900.—, abhängig von der Anzahl der Projekte und vom Arbeitsumfang).

Volkswirtschaft

Nettoertrag

Budget

Abweichung

Fr. 364'477

Fr. 357'069

Fr. +7'408      +2.07 %

Die Kosten für den Unterhalt und Ausbau der Flurwege lagen um Fr. 9'100.— über dem Budget. Der Grossteil der Arbeiten wurde durch den Werkhof ausgeführt.

Für die Ausarbeitung der neuen Pachtverträge wurde eine externe Unterstützung beigezogen. Die Kosten von Fr. 11'200.— waren nicht im Budget enthalten.

Die Rechnung 2025 des Forstbetriebs Rietenberg schloss mit einem Gewinn von Fr. 113'600.— (Vorjahr Fr. 71'200.—) ab. Der Anteil, welcher der Gemeinde Villmergen gutgeschrieben wurde, belief sich auf Fr. 34'100.— (Budget Fr. 9'800.—).

Finanzen und Steuern, exklusive Ergebnis

Nettoertrag

Budget

Abweichung

Fr. 24'169'578

Fr. 22'057'747

Fr. +2'111'831    +9.57 %

Der Bereich Finanzen und Steuern schloss deutlich besser ab als budgetiert. Nebst dem um Fr. 2'177'200.— besseren Steuerabschluss (Details auf den nachfolgenden Seiten) trugen höhere Zinsen (Fr. 34'400.—) und höhere Kosten bei den Liegenschaften im Finanzvermögen (Fr. 28'000.—) zu dieser Abweichung bei.

 

2. Steuern

2.1 Gemeindesteuern

Bei den Gemeindesteuern lag der Ertrag um 8.92 % oder Fr. 1'764'980.— über dem Budget. Die Einkommens- und Vermögenssteuern des Rechnungsjahrs, gemäss provisorischer Rechnungsstellung, lagen mit Fr. 15'250'055.— um Fr. 546'135.— über den budgetierten Fr. 14'703'920.—. Im Budgetprozess wurde mit einem leicht kleineren Wachstum und einer tieferen Steuerkraft gerechnet. Letztere zeigte im vergangenen Jahr eine erfreuliche Entwicklung (+4.4 %), was zu entsprechenden Mehrerträgen führte. Hinzu kamen Mehrerträge gegenüber dem Budget von Fr. 947'715.— aus den Vorjahren aufgrund der eingereichten Steuererklärungen. Die verbuchten Netto-Steuerverluste inklusive Delkredere beliefen sich auf Fr. 103'094.—. Budgetiert waren Fr. 65'000.—. Vergleicht man diese Verluste mit dem bereinigten Steuersoll, haben sie 0.21 % (Vorjahr 0.43 %) betragen. Sie lagen unter dem Kantonsmittel von 0.33 %. Der Steuerausstand erhöhte sich mit 19.44 % (Vorjahr 18.60 %). Dies war darauf zurückzuführen, dass gegen Ende des Rechnungsjahrs hohe Steuerrechnungen verschickt wurden, welche in die Berechnung miteinflossen, obwohl sie noch nicht zur Zahlung fällig waren. Die Erträge der Steuern juristischer Personen lagen mit Fr. 3'026'066.— um 2.39 % oder Fr. 73'934.— unter den Budgeterwartungen.

2.2 Sondersteuern

Die Sondersteuern sind nicht voraussehbar und daher äusserst schwer zu budgetieren. Der immer noch überdurchschnittliche Landhandel führte zu höheren Grundstückgewinnsteuern.

2.3 Steuerabschluss 2025

2.4 Entwicklung des Steuerertrags in den letzten Jahren (Steuerfuss 102 %)

3. Investitionsrechnung

3.1 Investitionsrechnung der Gemeinde Villmergen (konsolidiert, inklusive Spezialfinanzierungen)

Im Jahr 2025 wurden Nettoinvestitionen von Fr. 6'633'936.— getätigt. Die Investitionsausgaben lagen mit Fr. 7'530'311.— unter den budgetierten Fr. 10'902'570.—. Der tiefere Wert ist zurückzuführen auf das Projekt «Ersatz Kanalisationsleitung Oberdorf-/Hilfikerstrasse», welches in das Jahr 2026 verschoben wurde, auf tiefere Ausgaben im Zusammenhang mit den Schulliegenschaften (Anschluss an den Wärmeverbund und Projektierung neues Mittelstufenschulhaus) und auf Verzögerungen bei den Strassensanierungsprojekten.

Trotz einer hohen Selbstfinanzierung von Fr. 5'752'137.— resultiert im konsolidierten Ergebnis ein Finanzierungsfehlbetrag von Fr. 881'799.—.

3.2 Investitionsrechnung der Einwohnergemeinde

Das Nettoinvestitionsvolumen belief sich auf Fr. 2'066'985.—. Mit einer Selbstfinanzierung von rund 2.6 Mio. Franken wurde ein Selbstfinanzierungsgrad von 126 % erreicht.

Ziel soll sein, dass der Selbstfinanzierungsgrad mindestens 50 % beträgt. Das heisst, mindestens die Hälfte der Nettoinvestitionen sollte aus der Erfolgsrechnung finanziert werden können. Jährliche Schwankungen beim Selbstfinanzierungsgrad sind nicht ungewöhnlich. Langfristig sollte ein Selbstfinanzierungsgrad von 100 % angestrebt werden.

Diese Grafik zeigt die Nettoinvestitionen sowie deren Selbstfinanzierung in den letzten Jahren sowie die Entwicklung der Nettoschuld. In den Jahren 2016 und 2017 führte der Bau des Schulzentrums Mühlematten zu massiv höheren Investitionen, weshalb sich die Nettoschuld deutlich erhöhte. Die Nettoschuld erreichte den Höchststand per 31. Dezember 2020 mit Fr. 16'007'317.—. Aufgrund der guten Abschlüsse der Jahre 2021 bis 2023 wurde sie reduziert. Per 31. Dezember 2025 liegt sie mit Fr. 6'970'909.— um Fr. 537'968.— unter dem Vorjahreswert von Fr. 7'508'877.—.

 

4. Bilanz und Vermögenslage

4.1 Bilanz

Die Bilanzsumme von Fr. 182'239'354.— erhöhte sich im Rechnungsjahr auf Fr. 183'188'207.—. Das Eigenkapital der Einwohnergemeinde betrug per Jahresabschluss Fr. 81'905'158.—. Für die Spezialfinanzierungen belief es sich auf Fr. 60'270’353.—.

4.2 Vermögenslage

Das Elektrizitätswerk erhöhte sein Nettovermögen dank des guten Ergebnisses. Die Nettovermögen der Abwasserbeseitigung und Abfallwirtschaft reduzierten sich. Die Nettoschuld der Einwohnergemeinde und des Wasserwerks reduzierten sich ebenfalls. Die Nettoschuld der Wärmeversorgung hingegen erhöhte sich aufgrund des Investitionsvolumens.

Konsolidiert hat die Gemeinde Villmergen ein Nettovermögen von Fr. 9'037'171.—.

Entwicklung der Nettoschuld pro Einwohner (Einwohnergemeinde)

Die Nettoschuld liegt per Ende Rechnungsjahr 2025 bei 6.97 Mio. Franken, was Fr. 840.— pro Kopf entspricht. Die Finanzaufsicht des Kantons Aargau beurteilt eine Pro-Kopf-Verschuldung bis Fr. 2'500.— in der Regel als nicht problematisch. Es stehen jedoch grössere Investitionsprojekte bevor, weshalb in den kommenden Jahren mit einer Zunahme der Nettoschuld gerechnet werden muss.

Die detaillierten Zahlen der Jahresrechnung 2025 können im Internet unter www.villmergen.ch heruntergeladen oder bei der Abteilung Finanzen bestellt werden.

Empfehlung des Gemeinderats

Der Gemeinderat empfiehlt die Genehmigung der Jahresrechnung 2025, inklusive Bilanz und Investitionsrechnung.

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